Montafoner Steinschaf (Geschichte und Wissenswertes)

Das Montafoner Steinschaf ist ein eher kleines, sehr fruchtbares Gebirgsschaf. Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Tiere können mit oder ohne Horn vorkommen. Die Ohren sind kurz bis mittellang und nicht hängend.

Es gibt reinfarbig weiße, schwarze, braune bis beige und graue sowie gefleckte Tiere. Die auffallend glänzende Mischwolle besteht aus grobem Grannenhaar, sehr feiner Unterwolle und Stichelhaaren.

Beim Montafoner Steinschaf handelt es sich um einen alteingesessenen Bestand. Leider ist das Montafoner Steinschaf nach wie vor eine „hoch gefährdete“ Schafrasse und hat einen Bestand von nur 549 weiblichen und 35 männlichen Herdenbuchtieren (Stand 2016).

Montafoner Steinschafe sind sehr zutrauliche Schafe mit lebhaftem Charakter und guten Muttereigenschaften. Die Widder sind nicht aggressiv und zeigen ein gutes Sozialverhalten. Der natürlich proportionierte Körperbau mit eher mäßiger Bemuskelung ist für die Gebirgstauglichkeit und leichte Ablammungen bedeutsam. Aufgrund der geringen Körpergröße ergeben sich Vorteile wie geringer Erhaltungsbedarf, feinfasrige Fleischstruktur und Erleichterung der Pflegearbeiten (Scheren und Klauen schneiden).

Auf das Verfüttern von Kraftfutter sollte verzichtet werden, damit die ursprünglichen Eigenschaften erhalten bleiben. Sie sind gute Futterverwerter bei bescheidenen Futteransprüchen, es werden beispielsweise auch alte Brennnesseln, Ampfer, Gehölz und Nadelholzzweige verbissen. Dies ist für die Offenhaltung von extensiv genutzten Weideflächen besonders bedeutsam. Die Tiere sind widerstandsfähig gegen Krankheiten und kennen bei richtiger Fütterung kaum Klauenprobleme. Im Winter ist genügend Heu und etwas Mineralstoff (Salzleckstein) das am besten geeignete Futtermittel.